Betriebswirt und Rechtsanwalt Dirk Hammes, namensgebender Gründungspartner der ausschließlich in der Insolvenzverwaltung tätigen Kanzlei hammes. Insolvenzverwalter, ist in der Fachzeitschrift INDat Report nach seiner Meinung zum gesetzlichen Nachjustierungsbedarf beim ESUG gebeten worden.

Fünf Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG) verlangt der Gesetzgeber von der Bundesregierung, das Reformgesetz zu evaluieren; das ist im März 2017 der Fall. Das Evaluationsprojekt soll in Kürze ausgeschrieben werden, berichtet die Fachzeitschrift INDat Report in ihrer aktuellen Ausgabe (08_2016, 3. November 2016).

Dazu hat der INDat Report 100 Insolvenz- und Sanierungsexperten nach ihrer Meinung zum gesetzlichen Nachjustierungsbedarf gebeten: Wo besteht am dringendsten Handlungsbedarf, oder haben Rechtsprechung und Praxis das ESUG inzwischen so handhabbar gemacht, dass der Gesetzgeber kaum noch beziehungsweise gar nicht mehr gefragt ist?

Unter den Befragten ist auch Betriebswirt und Rechtsanwalt Dirk Hammes, namensgebender Gründungspartner der ausschließlich in der Insolvenzverwaltung tätigen Kanzlei hammes. Insolvenzverwalter (Duisburg, Essen, Kleve, Bochum und Düsseldorf). Er sagt: „Die Neuerungen des ESUG zur Eigenverwaltung weisen nach wie vor in die falsche Richtung, weil sie das Modell der Fremdverwaltung im Kostüm der Eigenverwaltung fördern und zu einem missbrauchsanfälligen Verfahren geführt haben, das zudem vielfach teurer als die Fremdverwaltung ist.“

Bereits bei einer früheren Umfrage des INDat Report hatte sich Dirk Hammes kritisch zum ESUG positioniert. Damals sagte er, die Abkürzung ESUG stehe für „Extrem Sorgloser Umgang mit dem Gesetz“ und wies damit vor allem darauf hin, dass bei vielen Verfahren in Eigenverwaltung der Wandel hin zu einem Schuldner-freundlichen Verhalten zu sehen sei. „Im Fokus muss aber immer die bestmögliche Gläubigerbefriedigung nach §1 Insolvenzordnung stehen“, betont Dirk Hammes.