Zwei renommierte Fachleute haben sich in wissenschaftlichen Buchbesprechungen mit der Dissertation des Duisburger Rechtsanwalts Dr. Dirk Hammes (hammes. Insolvenzverwalter GbR) auseinandergesetzt. Im Ergebnis folgen Prof. Dr. Markus Gehrlein und Frank Frind den Forderungen Dirk Hammes‘ zur Stellung des Gläubigerausschusses in der Eigenverwaltung.

Die Dissertation von Dr. Dirk Hammes Der Gläubigerausschuss in der Eigenverwaltung: Rechtsstellung und besondere Verantwortung ist in der Fachwelt kurze Zeit nach ihrem Erscheinen im November 2019 bereits positiv aufgenommen worden. Das zeigen zwei aktuelle Rezensionen anerkannter Insolvenzspezialisten. 

In der Zeitschrift für Restrukturierung und Insolvenz (ZRI 2020, 48) hat sich Dr. Markus Gehrlein, Honorarprofessor für Zivilprozessrecht und Arzthaftungsrecht an der Universität Mannheim und Richter am Bundesgerichtshof im IX. Zivilsenat (Schwerpunkt: Insolvenzrecht), intensiv mit der Arbeit von Dirk Hammes auseinandergesetzt. So schreibt er: 

Die Gefahren für die Gläubigergesamtheit, die mit der Eigenverwaltung verbunden sein können, werden gerne verdrängt. Deswegen ist es besonders verdienstvoll, dass sich Hammes als renommierter Insolvenzverwalter in seiner Dissertationsschrift mit der „Missbrauchsanfälligkeit“ (Rz. 10) der Eigenverwaltung auseinandersetzt und daraus eine besondere Verantwortung des Gläubigerausschusses herleitet. 

Ebenso betont der Bundesrichter Prof. Dr. Gehrlein die Aussage von Dirk Hammes, dass die „bestmögliche Befriedigung der Gläubigergesamtheit […] oberstes Ziel des Insolvenzverfahrens“ sei, „dem sich Sanierungsinteressen des Schuldners unterzuordnen haben“. Daher dürfe sich der Schuldner nicht mit Hilfe der Eigenverwaltung Vorteile zum Nachteil der Gläubigergesamtheit verschaffen, sondern sei als „Treuhänder der Gläubiger zu behandeln und nicht als Verwalter eigenen Vermögens“. 

Arbeit setzt sich mit allen Facetten der Eigenverwaltung auseinander

Der BGH-Richter hebt die Arbeit von Dirk Hammes hervor, einen „Sachwalter-Verdrängungsbereich“, einen „Eigenverwaltungs-Verdrängungsbereich“ sowie einen „Überschneidungsbereich“ als Gegenstände der umfassenden Kontrollpflichten des Gläubigerausschusses im Blick auf die Überwachung des Schuldners sowie vor dem Hintergrund der spezifischen Risiken der Eigenverwaltung einen umfassenden Katalog von Prüfungspflichten des Gläubigerausschusses entwickelt zu haben.

Zusammengefasst handelt es sich um eine überaus lesenswerte, kluge Arbeit, die sich in souveräner Manier mit allen Facetten der Eigenverwaltung auseinandersetzt und zu einleuchtenden, gut handhabbaren Lösungen gelangt. Inhaltlich kommt der in allen Bereichen Für und Wider gründlich auslotenden Arbeit besonders zugute, dass Hammes als langjähriger erfolgreicher Insolvenzverwalter weiß, wovon er spricht.

Die Buchbesprechung von Frank Frind, Insolvenzrichter am Amtsgericht Hamburg, in der Neuen Zeitschrift für Insolvenz- und Sanierungsrecht (NZI 2020, 18) leitet ein mit den Worten: 

„Es handelt sich um ein als Dissertation ‚getarntes‘ Grundlagenwerk. Hammes untersucht im Grunde die zentrale insolvenzrechtliche Frage seit 2013, nämlich den Stellenwert der Eigenverwaltung bei Betriebsfortführungen – ihre Probleme, Gefahren und Anforderungen an das Gremium ‚Gläubigerausschuss‘ und die Zusammenarbeit mit Sachwalter, Beratern und Insolvenzgericht. Hier legt ein Praktiker wissenschaftlich fundiert Rechenschaft über seine langjährigen Erfahrungen mit diesem Instrument.“

Gerichtlich kontrollierte Zusammensetzung des Gläubigerausschusses wird hervorgehoben

Konsequent habe Dirk Hammes in seiner Arbeit im Blick, dass Eigenverwaltung nur solange Sinn mache, wie sie den Gläubigern nutze und kein Instrument im Schuldnerinteresse sei. Mögliche Missbrauchshandlungen in der Eigenverwaltung würden systematisiert dargestellt, und das Werk enthalte auch profunde Ratschläge und Praxistipps, etwa zur „Rolle des ‚Sanierungsberaters‘ und zur richtigen Vorbereitung des Eigenverwaltungsantrags, wobei zu Recht die ‚neutrale‘ und gerichtlich kontrollierte Zusammensetzung des Gläubigerausschusses hervorgehoben wird“.

Für Frank Frind ist es ein Verdienst der Arbeit, dass Dirk Hammes auf Basis seiner Erfahrungen in Eigenverwaltungsverfahren eigene „Evaluationsergebnisse“ entwickelt, dabei aber nie den Blick auf Rechtsprechung und Literatur vernachlässigt – „der zu jeder Einzelfrage dargebotene Fußnotenapparat ist beeindruckend“, heißt es. Der Insolvenzrichter nennt die Arbeit einen „fachwissenschaftlich abgesicherte[n] Werkstattbericht mit vielen praktischen Handlungs“-Anweisungen“ [sic], der das Spektrum zum immer wichtiger werdenden Bereich der Eigenverwaltung wohltuend erweitert“.

Zusammengefasst heißt es:

„Die Lektüre dieses Werkes ist ab jetzt „Pflichtprogramm“ für alle insolvenzgerichtlichen Rechtsanwender und Gläubigerausschussmitglieder „in spe“, und auch Berater wie Sachwalter tun gut daran, mehr als einmal hineinzuschauen. Für die künftige Reform des Eigenverwaltungsverfahrens sind hier alle relevanten Notwendigkeiten, ein sinnvolles Instrument deutlich besser zu machen, aufgezeigt.“