Der Geschäftsbetrieb der insolventen Babcock Production Solutions AG in Oberhausen wird nach der Ausproduktion Ende Februar 2020 aller Voraussicht nach eingestellt. Das teilt Insolvenzverwalter Dr. Dirk Hammes mit. Dabei handelt es sich faktisch um das zweite Insolvenzverfahren innerhalb eines Jahres.

Trotz umfassender Bemühungen hat der Duisburger Rechtsanwalt Dr. Dirk Hammes aus der Kanzlei hammes. Insolvenzverwalter GbR keinen Investor für die insolvente Babcock Production Solutions AG in Oberhausen gefunden. Daher muss der Geschäftsbetrieb der Babcock Production Solutions AG gemäß Beschluss des vorläufigen Gläubigerausschusses nach Durchführung einer Ausproduktion voraussichtlich zum Ende des Monats Februar 2020 eingestellt werden. Ein Auftragsvorlauf über diesen Zeitraum hinaus ist nicht mehr vorhanden. Folglich hat der vorläufige Gläubigerausschuss der Betriebseinstellung am 16. Januar 2020 einstimmig zugestimmt.

„Wir haben national und international nach einem Käufer gesucht und mehrere hundert potenzielle Interessenten angesprochen. Bislang liegt aber lediglich ein Angebot über den Kauf verschiedener Maschinen vor. Eine verbindliche Aussage zur Übernahme von Mitarbeitern enthält dieses nicht. Mit einer Fortführung oder einem Verkauf des Unternehmens ist nach derzeitigem Erkenntnisstand nicht mehr zu rechnen“, sagt Dirk Hammes, den das Amtsgericht Duisburg am 1. Januar 2020 zum Insolvenzverwalter der Babcock Production Solutions AG bestellt hat. Von der Insolvenz sind 82 Arbeitnehmer und ein Auszubildender betroffen. Die Ansprüche der Arbeitnehmer waren bis Ende Dezember 2019 über das Insolvenzgeld gesichert.

Die Ursachen für die Insolvenz sind laut Dr. Dirk Hammes die fehlende weitere Finanzierungsbereitschaft des Gesellschafters sowie eine anhaltende Verlustsituation. „Der Verkauf aus dem ersten Insolvenzverfahren über das Vermögen der Babcock Fertigungszentrum GmbH an einen Investor und die anschließend eingeleiteten Maßnahmen zur Sanierung des Unternehmens haben nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Die für einen kostendeckenden Geschäftsbetrieb erforderlichen Preise sind am Markt nicht durchsetzbar“, stellt der Insolvenzverwalter heraus.

Dirk Hammes betont trotz der schwierigen Situation die gute Kooperationsbereitschaft des Managements und eines Großteils der Belegschaft. „Alle Beteiligten haben an einer tragfähigen Lösung gearbeitet. Es ist bedauerlich, dass wir keinen Investor beziehungsweise Betriebsübernehmer gefunden haben.“