In einer weiteren Rezension wird der Dissertation „Der Gläubigerausschuss in der Eigenverwaltung: Rechtsstellung und besondere Verantwortung“ des Duisburger Rechtsanwalts Dr. Dirk Hammes (hammes. Insolvenzverwalter GbR) ein hoher praktischer Wert zugewiesen. Es gebe dem in der Insolvenzverwaltung und Sachwaltung tätigen Praktiker zahllose Handlungsanregungen.

Der renommierte Jurist und Insolvenzrechtler Dr. Jens M. Schmittmann, Professor für Betriebswirtschaftslehre, Wirtschafts- und Steuerrecht an der FOM Hochschule, Essen, Mitglied des Zweiten Senats des Anwaltsgerichtshofs des Landes Nordrhein-Westfalen und Mitglied des Senats für Anwaltssachen des Bundesgerichtshofs, hat sich in der renommierten Fachzeitschrift KTS – Zeitschrift für Insolvenzrecht mit der Dissertation des Duisburger Rechtsanwalts Dr. Dirk Hammes (hammes. Insolvenzverwalter GbR) auseinandergesetzt. 

Jens M. Schmittmann schreibt zu Der Gläubigerausschuss in der Eigenverwaltung: Rechtsstellung und besondere Verantwortung

Die Arbeit lebt ganz wesentlich von den persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen des Verfassers, die den besonderen Wert der Arbeit ausmachen. So stellt Hammes völlig zutreffend dar, dass im sog. „vor-vorläufigen Gläubigerausschuss“ regelmäßig Personen anzutreffen sind, die „dem Schuldner wirtschaftlich oder persönlich nahestehen oder von ihm abhängig sind, die aufgrund ihrer Rolle bei der Entstehung der Insolvenz im Lager des Schuldners stehen und ein eigenes Interesse an der Eigenverwaltung haben oder die sonst besonders leicht unter Druck gesetzt oder beeinflusst werden können“.

Hier setze auch die zutreffende Kritik des Verfassers an, der darstelle, dass genau diesen Mitgliedern des Gläubigerausschusses „der Berater sein Konzept für die Durchführung des künftigen Insolvenzverfahrens bekannt“ gebe und ihnen „den von ihm ausgesuchten Kandidaten für das Amt des vorläufigen Sachwalters“ vorstelle. Genau in dieser Gemengelage von Interessen und Abhängigkeiten gediehen die Missbrauchsfälle der Eigenverwaltung, die Hammes zu Recht beklage und kritisiere.

Ebenso betont Prof. Schmittmann, dass Dr. Dirk Hammes die Anforderungen an die Zusammenarbeit des Sachwalters mit dem Gläubigerausschuss herausarbeitet. Die Mitglieder des Gläubigerausschusses sollten den Sachwalter bereits zu Beginn des Verfahrens darauf hinweisen, dass sie erwarteten, „unverzüglich über alle Umstände informiert zu werden, die auch nur entfernt zu der Befürchtung Anlass geben könnten, dass sie sich in Zukunft für die Gläubiger nachteilig auswirken“. Und weiter: Zu Recht sehe Hammes die gesetzliche Funktion des Sachwalters „als zuverlässigen Brandmelder zum Nutzen der Gläubiger“ und arbeitet heraus, dass der Sachwalter „jede Kollision, Interessenvermischung oder rechtlich nicht vorgesehene Rücksichtnahme auf den Schuldner oder den Sanierungsberater“ erkennen lassen darf.

Zusammenfassend schreibt der Essener Jurist:

Das Werk ist mehr als lesenswert. Es gibt nicht nur dem in der Insolvenzverwaltung und Sachwaltung tätigen Praktiker zahllose Handlungsanregungen, sondern auch dem Wissenschaftler genügend Ansatzpunkte zum kritischen Weiterdenken. Der wichtigste Leserkreis des Werkes sollte allerdings bei den Insolvenzrichtern liegen, die vor jeder Anordnung der Eigenverwaltung kritisch reflektieren sollten, ob es sich tatsächlich um eine geeignete Verfahrensart für das konkrete Verfahren handelt. Letztlich sollte auch der Gesetzgeber, insbesondere im Zuge der Umsetzung der Restrukturierungsrichtlinie der Europäischen Union, einen interessierten Blick in die Dissertation von Hammes werfen, damit er Fehler aus der Vergangenheit korrigiert und zukünftige Fehler vermeidet.