Wird der Bevollmächtigte eines Anspruchs- oder Prozessgegners des Insolvenzverwalters (hier: des Geschäftsführers der Komplementärin der Insolvenzschuldnerin) zum Mitglied des Gläubigerausschusses gewählt, so befindet sich der Gewählte in einem offenkundigen Konflikt zwischen den Interessen seines Mandanten und denen der Gläubigergesamtheit. Er ist daher zumindest verpflichtet, sich gegenüber den übrigen Ausschussmitgliedern jeder Erörterung möglicher Ansprüche des Verwalters gegen seinen Mandanten und jeder Kommentierung des entsprechenden Rechtstreits zu enthalten. Ein Verstoß gegen diese Verpflichtung rechtfertigt die Entlassung des Ausschussmitglieds aus wichtigem Grund (§ 70 InsO).

LG Kleve, Beschluss vom 15. Mai 2020 – 4 T 17/20 – Leitsatz von Dr. Dirk Hammes, hammes. Insolvenzverwalter GbR

Den Beschluss des Landgerichts Kleve können hier herunterladen: